Bücher zum Anfassen: Lesenswertes zum Thema Digitalisierung und Digital Detox

Frau liest ein Buch

Weil der Buchmarkt ein feines Näschen für Trendthemen hat, gibt es inzwischen auch so einige deutschsprachige Bücher zum Thema Digitalisierung und deren Folgen für unser Leben.

Buchcover Ich bin dann mal analog von Karoline MohrenInzwischen habe ich sogar mein eigenes mit dem Frechverlag herausgebracht. Das war eigentlich nicht geplant, aber die besten Dinge im Leben passieren ja „einfach so“! Du willst mehr wissen? Hier stelle ich Dir mein Digital-Detox-Journal genauer vor.

Ansonsten arbeite mich nach und nach durch sonstige Lektüre und möchte Dir hier Bücher vorstellen, die ich schon gelesen habe, und welche, die ich noch auf dem Zettel habe.

Gelesen und für empfehlenswert befunden:

Mail halten! Digitale Selbstverteidigung für Arbeitshelden & Alltagskrieger

Buchcover Anitra Eggler - Mail haltenGanz klar eines der besten Bücher, dass ich je gelesen habe. Inhaltlich, aber auch in puncto  Aufmachung. Man merkt sofort, dass die Journalistin Anitra Eggler auch in der Werbung gearbeitet hat. Da sitzt jeder Satz, jede Infografik und eine Pointe jagt die nächste. Und ja, ich muss es so sagen: Das Buch tritt einem nicht wie andere sanft auf die Füße, sondern haut einem permanent direkt auf die Zwölf! Das ist nicht immer angenehm, aber oftmals amüsant. Anitra Eggler deckt schonungslos digitale Krankheiten wie „Daten-Diarrhö“, „Sklaven-Phonitis“, „E-Mail-Wahnsinn“, „Sinnlos-Surf-Syndrom“, „Social-Media-Inkontinenz“ und „Tinderitis“ auf und verrät, wie man sie erkennen und therapieren kann. Hervorragend strukturiert und angereichert mit Hintergründen, Zahlen und jede Menge Sarkasmus erklärt sie, wie es soweit kommen konnte und appelliert an unseren gesunden Menschenverstand, der noch Schlimmeres verhindern möge.

Fazit: Großartig und jeden Cent wert!

 

Digital Detox: Wie Sie entspannt mit Handy & Co. leben

Buchcover Daniela Otto - Digital DetoxDie Literaturwissenschaftlerin Daniela Otto hat ihre Dissertation über Vernetzung geschrieben − sie weiß also, über was sie schreibt. Und auch, wenn sie in ihrem Buch viele Ausflüge in die Wissenschaft unternimmt, um bestimmte Phänomene zu erklären, driftet sie selten ins Fachchinesisch ab. Auf gerade einmal 142 Seiten hat sie sehr viele hilfreiche Digital-Detox-Tipps untergebracht. Die „Kürze“ nimmt dem Buch aber etwas die Leichtigkeit, die es sprachlich suggerieren möchte. Denn die Tipps kommen an manchen Stellen so geballt daher, dass ich etwas zweifle, ob man sich wirklich hinsetzen und sie „abarbeiten“ mag. Auch stoßen mir die Versuche, sich eines besonders lockeren Slangs zu bedienen, ein wenig auf, weil das Buch sonst, vor allem in den Erklärpassagen, eher sachlich daher kommt. Das wirkt etwas unausgegoren, ist aber insgesamt nicht störend, weil der Inhalt prägnant ist. Letzterer rettet auch über die recht dröge Optik hinweg.

Fazit: Ein empfehlenswertes, praktisches Buch mit vielen Tipps.

 

Digitaler Burnout: Warum unsere permanente Smartphone-Nutzung gefährlich ist

Buchcover Alexander Markowetz - Digitaler BurnoutOkay, Burnout klingt erstmal dramatisch. Aber Alexander Markowetz macht in seinem Buch unaufgeregt deutlich, warum wir mit unserer digitalen Nutzung auf einen zusteuern. Das tut er ohne unverhältnismäßige Schwarzmalerei (was man nicht von allen Autoren in diesem Segment behaupten kann). Auch in diesem sehr gut zu lesenden Buch geht es recht wissenschaftlich zu. Der studierte Informatiker arbeitet nämlich an der Uni Bonn und leitet dort unter anderem eine große Smartphone-Studie auf Basis der App „Menthal“. Diese App dokumentiert das Nutzerverhalten des jeweiligen Smartphone-Besitzers und verrät ihm und den Wissenschaftlern mehr darüber, wie er das Handy tatsächlich benutzt. Die Ergebnisse sind teilweise frappierend. Alexander Markowetz erklärt, warum dem so ist und er wagt sich an aufrüttelnde Prognosen heran. An Tipps, dem entgegenzuwirken, fehlt es zwar nicht, aber diese sind nicht so strukturiert und auf den Punkt wie in anderen Büchern.

Fazit: Ein sehr lesenswertes Buch für alle, die vor allem mehr über die Ursachen unserer Handymanie erfahren möchten.
 

Switch off und hol dir dein Leben zurück: Wie wir der digitalen Stressfalle entkommen

Buchcover Switch OffMonika Schmiderer hat als Jungunternehmerin am eigenen Leib erfahren, wie es ist, ständig online, ständig erreichbar zu sein. Als sie kurz vorm Burnout stand, zog sie buchstäblich den Stecker und veränderte ihr digitales Leben komplett. Aus ihren Erfahrungen ist ein 14-Tage-Digital-Detox-Programm entstanden, das dem Leser helfen soll, seinen Alltag neu zu gestalten und (offline) mehr Kreativität, Lebensfreude und Freiheit zu erfahren. Ich halte das Programm für absolut effektiv, aber es könnte so manchem auch zu zeitintensiv und (heraus-)fordernd sein, weil es sämtliche Lebensbereiche abdeckt und viel Reflexionsvermögen voraussetzt.
 
Fazit: Endlich ein Buch, das ein echtes Programm beinhaltet. Wer’s wirklich wissen will und den Mumm und die Ausdauer hat, wird sicher belohnt!
 

Digitale Süchte: Appst Du schon oder lebst Du noch?

Buchcover Digitale SüchteGisela Kaiser trägt in diesem Buch Studien zum Thema Handy- und Onlinesucht zusammen und verknüpft sie mit eigenen Alltags-Beobachtungen. So erhält man einen Überblick über die wissenschaftliche Datenlage bis zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung. Mir gefällt jedoch die „Anti-Haltung“ der Autorin nicht, weswegen mir auch die Argumentation und die Auswahl der Studien nicht ausgewogen erscheint.

Fazit: Digitalisierungs- und Handygegnern liefert die Lektüre herrliche Munition. Aber das Thema muss differenzierter betrachtet werden. Nicht alles, was digital ist, ist automatisch schlecht.
 

Cyberpsychologie: Leben im Netz: Wie das Internet uns verändert

Buchcover Carina Katzer - CyberpsychologieIch kämpfe mich gerade Stück für Stück durch das 351-seitige Buch hindurch, denn auch hier haben wir es mit einer wissenschaftlichen Autorin zu tun. Catarina Katzers Schreibstil ist zwar angenehm zu lesen, aber inhaltlich geht das Buch seeeeehr in die Tiefe. Ich habe im Studium viel in dieser Richtung gelesen und sollte es eigentlich gewohnt sein. Dennoch ist das Buch anstrengend, weil es bei der Ursachenforschung sehr weit ausholt und dabei in unsere psychologischen Tiefen vordringt. Ich bin gespannt, ob ich am Ball bleibe, und werde dann meine endgültige Meinung dazu kundtun. Bisher kann ich sagen: Es ist für die meisten wohl kein Buch zur Unterhaltung und auch kein Nebenbei-Buch, das man einfach mal so liest. Wer also auf die Schnelle praxisnahe Tipps haben möchte, ist hier falsch. Man muss sich Zeit nehmen und einlassen. Ich bin relativ sicher, dass es wertvolle Erkenntnisse liefert, die ich in meine Blogartikel einfließen lassen kann.

Bücher, die noch auf meiner Liste stehen:

Digital Junkies: Internetabhängigkeit und ihre Folgen für uns und unsere Kinder

Digital Happiness: Online selbstbestimmt und glücklich sein

Digitale Depression: Wie neue Medien unser Glücksempfinden verändern

Günther hat sein Käsebrot fotografiert. 342 Freunden gefällt das: Über den sozialen Niedergang durch Smartphones und die Digitalkultur

Auf der Suche nach Resonanz: Wie sich das Seelenleben in der digitalen Moderne verändert

Jetzt pack doch mal das Handy weg!: Wie wir unsere Kinder von der digitalen Sucht befreien

Onlinesüchtig? – Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige

Digitale Paranoia: Online bleiben, ohne den Verstand zu verlieren

Achtsamkeit in digitalen Zeiten: Ein persönlicher Wegweiser für mehr Ruhe in der Beschleunigung

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